November 2015 › Blog über die Onlinewelt

Posts from November 2015.

November 23rd 2015
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Telekom will Zwei-Klassen-Internet

Timotheus Höttges – Vorstandsvorsitzender Deutsche Telekom AG. Hat unter dem Titel so ausgewogen klingenden Titel „Netzneutralität – Konsensfindung im Minenfeld“ einen Artikel veröffentlicht, in dem er sich mit den denkbaren Folgen des EU-Gesetzes zur Netzneutralität beschäftigt. Der Manager redet Klartext und nimmt kein Blatt vor den Mund.
 
Seine Aussagen lassen sich folgendermaßen zusammenfassen: Die vom EU-Parlament beschlossene Änderung ist „ein Kompromiss, der durchaus ausgewogen ist“. Gegen den Wunsch der Telekom „gibt es Regeln zur Netzneutralität und damit mehr Regulierung“. Doch „gleichzeitig bleibt es aber möglich, auch in Zukunft innovative Internetdienste zu entwickeln, die höhere Qualitätsansprüche haben. Das sind die so genannten Spezialdienste.“

Bei den „Spezialdiensten“ denkt Höttges an „Videokonferenzen und Online-Gaming“, an „Telemedizin, die automatisierte Verkehrssteuerung und selbststeuernde Autos bis zu vernetzten Produktionsprozessen der Industrie”. Diese Spezialdienste hätten „höhere Qualitätsanforderungen …als das einfache Surfen oder die E-Mail, die auch ein paar Millisekunden später ankommen kann. Eine Videokonferenz sollte beispielsweise auch zu Stoßzeiten im Netz nicht ins Stocken geraten. Deshalb muss die Möglichkeit bestehen, dass die Daten empfindlicher Dienste im Stau Vorfahrt bekommen“, so Höttges.

Damit hat Höttges Farbe bekannt: Die Deutsche Telekom will ein Internet der zwei Geschwindigkeiten anbieten. Also genau das, was Internetaktivisten und Startups befürchtet haben. 

Wer also seine Daten bevorzugt und mit mehr Tempo durch das Internet transportieren lassen will, muss dafür zahlen. Höttges zieht hierbei Parallelen zu andere kostenpflichtigen Internetangeboten wie beispielsweise zum Dazukaufen von extra Speicherplatz für Mails. Ganz ähnlich soll es auch beim Datentransport bald funktionieren, wie Höttges erklärt: „In Zukunft wird es eben auch die Möglichkeit geben, einen Dienst für ein paar Euro mehr in gesicherter Qualität zu buchen. Qualitätsdifferenzierung ist keineswegs eine Revolution im Netz, sondern die natürliche Weiterentwicklung.“

Startups sollen Telekom am Umsatz beteiligen

Und was ist mit der Kritik, dass Startups sich diesen Aufpreis nicht leisten könnten und die neue Regelung deshalb Innovationen unterdrücken würde? Höttges hat auch dafür einen Plan: „Gerade Start-Ups brauchen Spezialdienste, um mit den großen Internetanbietern überhaupt mithalten zu können. Google und Co. können sich weltweite Serverparks leisten, damit die Inhalte näher zu den Kunden bringen und die Qualität ihrer Dienste so verbessern. Das können sich Kleine nicht leisten. Wollen sie Dienste auf den Markt bringen, bei denen eine gute Übertragungsqualität garantiert sein muss, brauchen gerade sie Spezialdienste. Nach unseren Vorstellungen bezahlen sie dafür im Rahmen einer Umsatzbeteiligung von ein paar Prozent. Das wäre ein fairer Beitrag für die Nutzung der Infrastruktur. Und es sorgt für mehr Wettbewerb im Netz.“

Wie Spiegel online berichtet stimmt Vodafone Höttges im Sinne nach zu. Von Telefonica, den dritten großen Netzbetreiber in Deutschland, gibt es noch keine Stellungnahme.

Update 9:55 Uhr: Stellungnahme von Vodafone

Wir baten Vodafone um eine Stellungnahme. Alexander Leinhos, Leiter Externe Kommunikation bei Vodafone, antworte folgendermaßen: Vodafone habe keine konkreten Pläne zum Thema Spezialdienste. Man kommentiere zudem nicht die Pläne von Wettbewerbern. Leinhos betonte, dass es ja bereits jetzt bei bestimmten Diensten eine Priorisierung geben würde, zum Beispiel bei VoIP. Das sei nötig, um eine größtmögliche Sprachqualität zu erreichen. Und für die Zukunft sei es sicherlich sinnvoll, wenn zum Beispiel beim automatisierten Fahren Autos bevorzugt die benötigen Daten erhalten würden, um Unfälle zu vermeiden.

Original-Quelle:

www.pcwelt.de

November 23rd 2015
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Telekom will Zwei-Klassen-Internet

Timotheus Höttges – Vorstandsvorsitzender Deutsche Telekom AG. Hat unter dem Titel so ausgewogen klingenden Titel „Netzneutralität – Konsensfindung im Minenfeld“ einen Artikel veröffentlicht, in dem er sich mit den denkbaren Folgen des EU-Gesetzes zur Netzneutralität beschäftigt. Der Manager redet Klartext und nimmt kein Blatt vor den Mund.
 
Seine Aussagen lassen sich folgendermaßen zusammenfassen: Die vom EU-Parlament beschlossene Änderung ist „ein Kompromiss, der durchaus ausgewogen ist“. Gegen den Wunsch der Telekom „gibt es Regeln zur Netzneutralität und damit mehr Regulierung“. Doch „gleichzeitig bleibt es aber möglich, auch in Zukunft innovative Internetdienste zu entwickeln, die höhere Qualitätsansprüche haben. Das sind die so genannten Spezialdienste.“

Bei den „Spezialdiensten“ denkt Höttges an „Videokonferenzen und Online-Gaming“, an „Telemedizin, die automatisierte Verkehrssteuerung und selbststeuernde Autos bis zu vernetzten Produktionsprozessen der Industrie”. Diese Spezialdienste hätten „höhere Qualitätsanforderungen …als das einfache Surfen oder die E-Mail, die auch ein paar Millisekunden später ankommen kann. Eine Videokonferenz sollte beispielsweise auch zu Stoßzeiten im Netz nicht ins Stocken geraten. Deshalb muss die Möglichkeit bestehen, dass die Daten empfindlicher Dienste im Stau Vorfahrt bekommen“, so Höttges.

Damit hat Höttges Farbe bekannt: Die Deutsche Telekom will ein Internet der zwei Geschwindigkeiten anbieten. Also genau das, was Internetaktivisten und Startups befürchtet haben. 

Wer also seine Daten bevorzugt und mit mehr Tempo durch das Internet transportieren lassen will, muss dafür zahlen. Höttges zieht hierbei Parallelen zu andere kostenpflichtigen Internetangeboten wie beispielsweise zum Dazukaufen von extra Speicherplatz für Mails. Ganz ähnlich soll es auch beim Datentransport bald funktionieren, wie Höttges erklärt: „In Zukunft wird es eben auch die Möglichkeit geben, einen Dienst für ein paar Euro mehr in gesicherter Qualität zu buchen. Qualitätsdifferenzierung ist keineswegs eine Revolution im Netz, sondern die natürliche Weiterentwicklung.“

Startups sollen Telekom am Umsatz beteiligen

Und was ist mit der Kritik, dass Startups sich diesen Aufpreis nicht leisten könnten und die neue Regelung deshalb Innovationen unterdrücken würde? Höttges hat auch dafür einen Plan: „Gerade Start-Ups brauchen Spezialdienste, um mit den großen Internetanbietern überhaupt mithalten zu können. Google und Co. können sich weltweite Serverparks leisten, damit die Inhalte näher zu den Kunden bringen und die Qualität ihrer Dienste so verbessern. Das können sich Kleine nicht leisten. Wollen sie Dienste auf den Markt bringen, bei denen eine gute Übertragungsqualität garantiert sein muss, brauchen gerade sie Spezialdienste. Nach unseren Vorstellungen bezahlen sie dafür im Rahmen einer Umsatzbeteiligung von ein paar Prozent. Das wäre ein fairer Beitrag für die Nutzung der Infrastruktur. Und es sorgt für mehr Wettbewerb im Netz.“

Wie Spiegel online berichtet stimmt Vodafone Höttges im Sinne nach zu. Von Telefonica, den dritten großen Netzbetreiber in Deutschland, gibt es noch keine Stellungnahme.

Update 9:55 Uhr: Stellungnahme von Vodafone

Wir baten Vodafone um eine Stellungnahme. Alexander Leinhos, Leiter Externe Kommunikation bei Vodafone, antworte folgendermaßen: Vodafone habe keine konkreten Pläne zum Thema Spezialdienste. Man kommentiere zudem nicht die Pläne von Wettbewerbern. Leinhos betonte, dass es ja bereits jetzt bei bestimmten Diensten eine Priorisierung geben würde, zum Beispiel bei VoIP. Das sei nötig, um eine größtmögliche Sprachqualität zu erreichen. Und für die Zukunft sei es sicherlich sinnvoll, wenn zum Beispiel beim automatisierten Fahren Autos bevorzugt die benötigen Daten erhalten würden, um Unfälle zu vermeiden.

Original-Quelle:

www.pcwelt.de

November 20th 2015
by

Browser – Firefox 42 bringt Tracking-Schutz und Audiosteuerung für Tabs

Der Internet-Browser Firefox ist in Version 42 erschienen. Das Surftool, hinter dem die Mozilla Foundation steht, bringt einige Änderungen und neue Features mit. Die zentralsten Neuerungen sind ein neuer Schutz vor Tracking sowie einfache Audiokontrollen für Tabs.

Der neue Trackingschutz wurde in den privaten Surfmodus integriert. Dieser vergisst nach dem Schließen des Fensters nicht nur den Surfverlauf, sondern blockiert nun auch Elemente, die den Nutzer im Netz “verfolgen”. Solche verbergen sich gerne in Werbung, Analysetools für Seitenaufrufe oder “Teilen”-Buttons für soziale Apps und Netzwerke.

Venturebeat vergleicht die Funktion mit Browser-Erweiterungen wie Ghostery oder Privacy Badger. Verzichtet Werbung auf Tracking-Elemente, wird sie auch angezeigt. Über die Startseite des privaten Surfmodus lässt sich der Blocker auf Wunsch auch deaktivieren. Dazu gibt es nun ein Kontrollzentrum für Sicherheits- und Privatsphäreoptionen.

Firefox 42 zeigt nun auch erstmals an, wenn eine Website für Musik- oder Soundwiedergabe sorgt. In diesem Fall erscheint neben ihrem Namen im jeweiligen Tab ein kleiner Lautsprecher. Dieser kann angeklickt werden, um die Wiedergabe stummzuschalten oder wieder zu aktivieren. Damit zieht Firefox zu Google Chrome gleich, der schon seit geraumer Zeit über Audio-Indikatoren verfügt.

Ein interessantes Feature erhält außerdem die Android-Version von Firefox 42. Dort kann der Browser nun Links in Apps im Hintergrund öffnen, ohne das jeweilige Programm verlassen zu müssen. Die gesammelten Links werden beim nächsten direkten Aufruf des Browsers geladen.

Firefox 42 wird für bestehende Nutzer über die Update-Funktion verteilt und kann auch über die Mozilla-Homepage für Windows, OS X und Linux sowie im Play Store für Android heruntergeladen werden.

 

Link zum Artikel:

derstandard.at/2000025062688/

November 20th 2015
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Browser – Firefox 42 bringt Tracking-Schutz und Audiosteuerung für Tabs

Der Internet-Browser Firefox ist in Version 42 erschienen. Das Surftool, hinter dem die Mozilla Foundation steht, bringt einige Änderungen und neue Features mit. Die zentralsten Neuerungen sind ein neuer Schutz vor Tracking sowie einfache Audiokontrollen für Tabs.

Der neue Trackingschutz wurde in den privaten Surfmodus integriert. Dieser vergisst nach dem Schließen des Fensters nicht nur den Surfverlauf, sondern blockiert nun auch Elemente, die den Nutzer im Netz “verfolgen”. Solche verbergen sich gerne in Werbung, Analysetools für Seitenaufrufe oder “Teilen”-Buttons für soziale Apps und Netzwerke.

Venturebeat vergleicht die Funktion mit Browser-Erweiterungen wie Ghostery oder Privacy Badger. Verzichtet Werbung auf Tracking-Elemente, wird sie auch angezeigt. Über die Startseite des privaten Surfmodus lässt sich der Blocker auf Wunsch auch deaktivieren. Dazu gibt es nun ein Kontrollzentrum für Sicherheits- und Privatsphäreoptionen.

Firefox 42 zeigt nun auch erstmals an, wenn eine Website für Musik- oder Soundwiedergabe sorgt. In diesem Fall erscheint neben ihrem Namen im jeweiligen Tab ein kleiner Lautsprecher. Dieser kann angeklickt werden, um die Wiedergabe stummzuschalten oder wieder zu aktivieren. Damit zieht Firefox zu Google Chrome gleich, der schon seit geraumer Zeit über Audio-Indikatoren verfügt.

Ein interessantes Feature erhält außerdem die Android-Version von Firefox 42. Dort kann der Browser nun Links in Apps im Hintergrund öffnen, ohne das jeweilige Programm verlassen zu müssen. Die gesammelten Links werden beim nächsten direkten Aufruf des Browsers geladen.

Firefox 42 wird für bestehende Nutzer über die Update-Funktion verteilt und kann auch über die Mozilla-Homepage für Windows, OS X und Linux sowie im Play Store für Android heruntergeladen werden.

 

Link zum Artikel:

derstandard.at/2000025062688/

November 12th 2015
by

Einfluss der Gen YOLO: So ticken Autobauer wie Google

Google und Apple konkurrieren mit den traditionellen Autobauern nicht nur um Kunden, sondern auch um Mitarbeiter.

Den Club-Mate-Becher in der einen Hand, das iPad in der anderen steigt der junge Mann ins Auto. Seine Sprachansage in das, was man früher Armaturenbrett nannte, reicht, und das Vehikel bringt ihn sicher zur Arbeit. Wo auch immer diese heute stattfindet. Während der Mann seinen Tee schlürft, öffnet er die ersten Dokumente, an denen die Frühaufsteher-Kollegen schon arbeiten. Eine Vision? Ja, aber keine allzu ferne. Das Bundesland Bayern, selbsternannter Vorreiter in puncto High-Tech, plant eine Teststrecke für selbstfahrende Autos auf einem Teil der A9. Bekannte Größen wie BMW und Audi proben bereits das sogenannte pilotierte Fahren.

Dennoch: die klassischen deutschen Autobauer stehen beinah auf der Bremse. Das Gefährt der Zukunft – ob man es neudeutsch connected car nennt, intelligentes Auto oder vernetztes Fahrzeug – ist eher bei Google und Apple angesiedelt. Denn diese verstehen den Change besser.

Die alten Autobauer arbeiten evolutionär. Sie sehen ein Gefährt mit vier Rädern, Sitzen, einem Fahrer. Kontinuierlich verbessern sie Fahrgefühl und Sicherheit, preisen ihre Wagen je nach Zielgruppe und Marketing-Sprech als Statussymbol für den erfolgshungrigen Jung-Manager oder als Familienkutsche. Apple, Google und Co. dagegen betrachten das Ganze nicht nur aus Sicht der IT. Sondern aus Sicht disruptiver IT.

»

Die Digitale Transformation fordert die Automotive Branche. Welche Chancen eröffnen sich daraus für IT-Experten? Das erfahren Sie auf dem Event „Connectivity statt Hubraum“ am 25. November in München. Profitieren Sie vom Know-how der Business- und Technical-IT-Experts mit Projekterfahrungen bei Audi, BMW und Mercedes. Diskutieren Sie mit!

Jetzt anmelden unter: http://www.automotive-dialog.de.

So enthält ein High-Tech-Auto inzwischen mehr als 100 Millionen Lines of Code. Das ist 15-mal mehr als in manchem Passagierflugzeug. Das Auto als rollendes mobiles Device, in dem Menschen arbeiten oder spielen, mit entfernten Freunden kommunizieren oder eben einfach ihren Tee schlürfen und sich chauffieren lassen.

Chris Urmson, Leiter des Projekts “Google Driverless Car”, schilderte kürzlich auf der IAA (Internationale Automobil-Ausstellung) in Frankfurt/M., sein Gefährt verfüge weder über Lenkrad noch über Pedale. Die Symbole des manuellen Fahrens seien nicht mehr nötig. Und: im Flugzeug bräuchten die Passagiere ja auch keine Steuerknüppel.

1.200 neue Mitarbeiter für Apples iCar

“Eigenwillig” finden das deutsche Medien wie beispielsweise das Handelsblatt. Der Spiegel attestiert aber, mit Google wachse ein neuer, ernstzunehmender Konkurrent für die etablierten Autobauer heran. Internet und Unterhaltungselektronik im Auto würden zu einem immer wichtigeren Kaufkriterium, schrieb das Hamburger Nachrichtenmagazin. Außerdem soll schon in vier Jahren Apples iCar in Serie gehen. Wie das Wallstreet Journal aus vertrauten Kreisen erfahren haben will, plant Apple, das Team dafür aufzustocken – von 600 auf 1.800 Mitarbeiter.

Dieser Plan zeigt, dass es für die traditionsreichen Automobilhersteller nicht nur auf dem Kundenmarkt enger wird, sondern auch auf dem Arbeitsmarkt. Der Berliner Marktforscher Trendence fragte im Sommer dieses Jahres rund 6.600 Informatik-Studenten nach ihrem Wunscharbeitgeber. Google steht bei der Generation YOLO mit 28 Prozent der Nennungen ohnehin schon auf Platz Eins – erst weit dahinter rangiert mit knapp zehn Prozent SAP. BMW liegt mit rund neun Prozent auf Rang drei. Dahinter liegt Audi – der Konzern zählt damit also nicht zu den Top drei.

Die traditionsreichen Autobauer werden einen Gang höher schalten müssen. Das haben sie auch verstanden. “Wir stehen vor der Neuerfindung des Automobils“, erklärte etwa Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche gegenüber dem Mittelstandsportal Deutsche Unternehmerbörse, “aus der Idee des autonomen Fahrens wird eine realistische Perspektive.”

 

Gesehen auf:

www.computerwoche.de/a/so-ticken-autobauer-wie-google,3218368

November 12th 2015
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Einfluss der Gen YOLO: So ticken Autobauer wie Google

Google und Apple konkurrieren mit den traditionellen Autobauern nicht nur um Kunden, sondern auch um Mitarbeiter.

Den Club-Mate-Becher in der einen Hand, das iPad in der anderen steigt der junge Mann ins Auto. Seine Sprachansage in das, was man früher Armaturenbrett nannte, reicht, und das Vehikel bringt ihn sicher zur Arbeit. Wo auch immer diese heute stattfindet. Während der Mann seinen Tee schlürft, öffnet er die ersten Dokumente, an denen die Frühaufsteher-Kollegen schon arbeiten. Eine Vision? Ja, aber keine allzu ferne. Das Bundesland Bayern, selbsternannter Vorreiter in puncto High-Tech, plant eine Teststrecke für selbstfahrende Autos auf einem Teil der A9. Bekannte Größen wie BMW und Audi proben bereits das sogenannte pilotierte Fahren.

Dennoch: die klassischen deutschen Autobauer stehen beinah auf der Bremse. Das Gefährt der Zukunft – ob man es neudeutsch connected car nennt, intelligentes Auto oder vernetztes Fahrzeug – ist eher bei Google und Apple angesiedelt. Denn diese verstehen den Change besser.

Die alten Autobauer arbeiten evolutionär. Sie sehen ein Gefährt mit vier Rädern, Sitzen, einem Fahrer. Kontinuierlich verbessern sie Fahrgefühl und Sicherheit, preisen ihre Wagen je nach Zielgruppe und Marketing-Sprech als Statussymbol für den erfolgshungrigen Jung-Manager oder als Familienkutsche. Apple, Google und Co. dagegen betrachten das Ganze nicht nur aus Sicht der IT. Sondern aus Sicht disruptiver IT.

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Die Digitale Transformation fordert die Automotive Branche. Welche Chancen eröffnen sich daraus für IT-Experten? Das erfahren Sie auf dem Event „Connectivity statt Hubraum“ am 25. November in München. Profitieren Sie vom Know-how der Business- und Technical-IT-Experts mit Projekterfahrungen bei Audi, BMW und Mercedes. Diskutieren Sie mit!

Jetzt anmelden unter: http://www.automotive-dialog.de.

So enthält ein High-Tech-Auto inzwischen mehr als 100 Millionen Lines of Code. Das ist 15-mal mehr als in manchem Passagierflugzeug. Das Auto als rollendes mobiles Device, in dem Menschen arbeiten oder spielen, mit entfernten Freunden kommunizieren oder eben einfach ihren Tee schlürfen und sich chauffieren lassen.

Chris Urmson, Leiter des Projekts “Google Driverless Car”, schilderte kürzlich auf der IAA (Internationale Automobil-Ausstellung) in Frankfurt/M., sein Gefährt verfüge weder über Lenkrad noch über Pedale. Die Symbole des manuellen Fahrens seien nicht mehr nötig. Und: im Flugzeug bräuchten die Passagiere ja auch keine Steuerknüppel.

1.200 neue Mitarbeiter für Apples iCar

“Eigenwillig” finden das deutsche Medien wie beispielsweise das Handelsblatt. Der Spiegel attestiert aber, mit Google wachse ein neuer, ernstzunehmender Konkurrent für die etablierten Autobauer heran. Internet und Unterhaltungselektronik im Auto würden zu einem immer wichtigeren Kaufkriterium, schrieb das Hamburger Nachrichtenmagazin. Außerdem soll schon in vier Jahren Apples iCar in Serie gehen. Wie das Wallstreet Journal aus vertrauten Kreisen erfahren haben will, plant Apple, das Team dafür aufzustocken – von 600 auf 1.800 Mitarbeiter.

Dieser Plan zeigt, dass es für die traditionsreichen Automobilhersteller nicht nur auf dem Kundenmarkt enger wird, sondern auch auf dem Arbeitsmarkt. Der Berliner Marktforscher Trendence fragte im Sommer dieses Jahres rund 6.600 Informatik-Studenten nach ihrem Wunscharbeitgeber. Google steht bei der Generation YOLO mit 28 Prozent der Nennungen ohnehin schon auf Platz Eins – erst weit dahinter rangiert mit knapp zehn Prozent SAP. BMW liegt mit rund neun Prozent auf Rang drei. Dahinter liegt Audi – der Konzern zählt damit also nicht zu den Top drei.

Die traditionsreichen Autobauer werden einen Gang höher schalten müssen. Das haben sie auch verstanden. “Wir stehen vor der Neuerfindung des Automobils“, erklärte etwa Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche gegenüber dem Mittelstandsportal Deutsche Unternehmerbörse, “aus der Idee des autonomen Fahrens wird eine realistische Perspektive.”

 

Gesehen auf:

www.computerwoche.de/a/so-ticken-autobauer-wie-google,3218368